Dauerausstellung

Messing

Die Stolberger Region gehörte zu den bedeutendsten Galmeilagerstätten, die an einer einzigartigen Flora, insbesondere dem Galmeiveilchen, zu erkennen sind. Galmei ist ein zinkhaltiges Erz, das durch seine oberflächennahe Lage früh genutzt wurde. Man hielt Galmei lediglich für einen Farbstoff, der Kupfer gelb färbte. Daher verwendete man Galmei unter Zusatz von Kupfer ausschließlich zur Herstellung von Messing. Bereits die Römer kannten das Verfahren, wie wir von Messingfunden, z.B. aus Gressenich wissen. Messing ist eine Legierung (Mischung) der beiden Metalle Kupfer und Zink. Farbe und Glanz des blankgeputzten Messings erinnern sehr stark an Gold. Nicht nur deshalb trägt unsere Messing-Ausstellung den Untertitel “das Stolberger Gold“. Sondern auch wegen des Wohlstands und Reichtums den es im 17./18. Jahrhundert in die Region brachte. Eigenartigerweise wurden die Messingproduzenten “Kupfermeister” genannt, was wohl zum Teil daran lag, dass sie zur Ausübung ihres Gewerbes Kupfer in großen Mengen importieren mussten. Außerdem bezeichnete man im umgangssprachlichen Gebrauch beide Werkstoffe (sowohl Kupfer als auch Messing) schlicht und einfach als Kupfer. Wenn man differenzieren wollte, sprach man vom roten Kupfer (Reinmetall) oder vom gelben Kupfer (Messing). Ein großer Wandel im Messinggewerbe setzte gegen Ende des 18. Jahrhunderts ein, als durch neue Technologien (Zinkdestillation) die räumliche Anbindung an die Galmeilagerstätten nicht mehr erforderlich war. Im 19. Jahrhundert hatte die Messingherstellung in Stolberg kaum noch Bedeutung. Einige der Kupfermeister bzw. deren Firmen konzentrierten sich auf die Fertigung von Halbzeug, andere wendeten sich der Glas- und Textilindustrie, der Kurzwarenproduktion oder der Blei- und Zinkverhüttung zu. Erfahren Sie, warum manche Orte in Stolberg „Hammer“ heißen; wo die Kupfermeisterfamilien ihre prachtvollen Anlagen hatten; gehen Sie durch das goldene Tor und verschaffen Sie sich einen Eindruck der einstigen Pracht unserer Gelbkupferstadt.

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